Neisse - Marek Sikorski

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Aus der Geschichte der Stadt

Neisse, Holzschnitt aus der "Weltchronik" von H. Schedel, 15. Jhdt.

Neisse - der Name der Stadt entstammt dem gleichnamigen Fluss, den es schon vor der Gründung der Siedlung gab. Der Name wurde schon im 10. Jhdt. als Niza in der Chronik von Cosmas von Prag benannt. Auch kannte man den Namen des Flusses schon im Frühmittelalter, weil flummis Niza in einem Dokument des Kaisers Otto dem III. im Jahre 1000 erwähnt wurde. Dem deutschen Historiker Thietmar war der Name ebenfalls bekannt, er hat über provinciam Nice geschrieben. Es ist heute schwer zu erklären, welche Bedeutung das Wort Niza, oder Nyza hatte. Man vermutet, es steht in Verbindung mit der Lage des Flusses. Wir haben es hier mit einer altslawischen Herkunft eines Wortes zu tun. Der Historiker Johannes Długosz hat in seiner Chronik aus dem 15. Jhd. geschrieben, da? ohne Zweifel der Name der Stadt vom Namen des Flusses stammt, so schrieb auch der deutsche Historiker Hartmann Schedel, Autor der berühmten "Weltchronik" aus dem Jahre 1493. Im Verlauf der Geschichte schrieb man den Namen unterschiedlich, aber in ähnlicher Art und Weise, z. B. Nysa (1223), Nise (1367), Neise (1435), Neysse (1566).

In welchem Jahr die Stadt gegründet wurde, ist historisch nicht genau festzustellen. Neisse war seit dem Mittelalter eine Stadt, die zu den Breslauer Bischöfen gehörte, weil sie die Hauptstadt des Neisser Bischofstums war, das es bis zum Jahre 1810 gab, d. h. bis zur Säkularisation. In dieser Stadt waren viele deutsche und tschechische Künstler tätig, die unter dem Auftrag und unter der Leitung der Breslauer Bischöfe viele Kunstwerke geschaffen haben. Neben Breslau hatten die Breslauer Bischöfe in Neisse ihren zweiten Sitz. Deshalb finden wir hier viele historische Zeugen und Spuren ihres Mäzenatentums.

Der Marktplatz heute

Einen besonderen Rang nimmt der Bischof Franz Ludwig von Neuburg (1683 - 1732) ein, der einer der grö?ten Kunstmäzenen Europas in der Zeit der Habsburger Monarchie, die hier in Schlesien ein paar Jahrhunderte herrschte, war.

Die Geschichte von Neisse ist voll von verschiedenen tragischen Ereignissen, u. a. weil die Stadt eine gro?e militärische Bedeutung hatte.

Das waren z. B. die schlimmen Folgen der Hussitenkriege, des Drei?igjährigen Krieges, der schlesischen Kriege und des Krieges von Napoleon Bonaparte. Als Beispiel: in der Neuzeit sind aufgrund des Dreißigjährigen Krieges auch Epidemien, wie die Pest, entstanden, die die Bewohner der Stadt stark dezimierten und sie erweckten den religiösen Fanatismus, der die von der katholischen Kirche inszenierte Massenverbrennung der sog. Hexen verursachte, die zu den tragischen Geschichten dieser Religion gehört. Hier in Neisse auf dem Marktplatz wurde im Jahre 1636 ein Ofen auf den persönlichen Befehl des Bischofs Johann Balthasar Liesch von Hornau gebaut, um die sog. Hexen zu verbrennen. Im Jahr 1653 wurden 42 solcher unschuldigen Frauen verbrannt.

Das Breslauer Tor

Neisse war eine Stadt, die starke Stadtmauern und Bewehrungssysteme hatte und deshalb wurde sie zur Militärstadt des Königs Friedrich dem Großen berufen, sie war bis 1903 eine Festungsstadt. Neisse gehörte im Mittelalter zu den polnischen Fürsten, dann zur tschechischen Krone, in der Neuzeit zu der Habsburger Monarchie und später zu Preu?en und Deutschland. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges, im März 1945, wurde sie schrecklich zerstört (80 %). Seit Ende des Krieges ist die Stadt polnisch und wurde wiederaufgebaut, obwohl nicht alles aus der Vergangenheit geblieben ist. Die Stadt hatte früher eine industrielle Bedeutung, aber heute hat sie viele andere Funktionen und gehört zu den wichtigsten Städten des Oppelner Landes.